King Kong Klima

Der Podcast aus dem Ökodschungel

Klimafreundlich Reisen und Urlaub machen

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2023 soll es soweit sein: Tesla-Gründer Elon Musk will mit seiner Firma SpaceX den ersten Weltraumtouristen zum Mond bringen. Wird nach der Weltreise vielleicht die Mondreise zum nächsten Reisetrend? Blöd nur, dass unsere Reiselust und Fernreisen im Besonderen eine echt miese Klimabilanz haben. Aber wie verreist man klimafreundlich? Muss ich mich gleich schlecht fühlen, wenn mich das Fernweh oder Reisefieber packt? Das King Kong Klima-Reisebüro schafft hier Abhilfe. Die selbst ernannten Safari-Guides Boris Demrovski und Christian Noll geben konkrete Reisetipps für klimafreundliche und nachhaltige Tripps - selbstverständlich all inclusive mit Erholungs-, Kultur- und Spaßfaktor.

Reisetipps zum Nachlesen:

1. Sächsische Schweiz mit Bahn und Rad

Mit dem Eurocity von Berlin aus in 1 ½ Stunden zu erreichen. Fahrradmitnahme möglich. Geile Landschaft, Bizzarre Felstürme, die sächsische Schweiz - Schrammsteine Caspar David Friedrich Selfies machen. Blicke über das Elbtal, “Boofen” unter freiem Himmel und Kletterparadies. Oder mit dem Rad: von Dresden 54 km über Pirna bis Bad Schandau über den Elberadweg. Nette Menschen - aber leider auch etwas wilde Eingeborene die keinen Bock auf Fremde haben. Aber eben darum: Wir sind mehr! Kommt alle!

2. Mit der Familienkutsche an den Strand?

Kommt darauf an wo man startet und ob man eine Sonnen-Garantie möchte. Wobei man die im vergangenen Sommer überall hatte. Startpunkt Süddeutschland: Willkommen in Italien, Kroatien Spanien und Frankreich. Je nachdem ist der Strand zwischen 800 und 1.300 km entfernt. Das ist mit dem Auto gut zu machen. Aus dem Norden ist man ruck zuck an der Nord- und Ostsee. Dort erwarten einen Länder wie Niederlande, Dänemark, Schweden und Polen. Wir haben schon drei mal mit den Kids in Prerow gezeltet. Das erste Jahr waren die Kids drie und knapp eins. Wir sind mit dem Fiesta der Oma hin gefahren. Boris ist bis heute ein Rätsel, wie sie alles rein bekommen haben. Zur Ehrlichkeit gehört aber: Ob Mietwagen oder eigener Schlitten. Stau ist der größte Gegner für eine entspannte An- und Abreise. Wenn es weiter sein muss, kann man auch zwei Tage unterwegs sein. Entweder ein Hotel irgendwo auf dem Hinweg. Oder man ist eh mit Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs. Da bleibt man einfach stehen auf einem netten Camping-Platz.

Und die Klimabilanz? Der Blick in den CO2-Rechner von Quarks & Co. zeigt zum Beispiel für eine 1000 km Fahrt mit 4 Personen im mittelgroßen Benziner: Das ist nicht wesentlich schlechter als mit dem IC oder ICE - aber wesentlich besser als Fliegen: Knapp 50 kg CO2 gegenüber mehr als 200 kg pro Person im Flugzeug. Wer ein sparsames Auto fährt, schlägt den Zug sogar und derzeit auch noch das Elektrofahrzeug - wenn dass überhaupt soweit kommt. Am klimafreudlichsten ist übrigens der Fernreisebus!

3. Nachtzug an den Gardasee

Ideal für Nachtzug-Anfänger: Der Nachtzug von München fährt direkt nach Peschiera del Garda. 8 Uhr Abends einsteigen, morgens um 20 nach sieben ankommen. Zurück geht es um 22 Uhr. In Berlin wäre man um 14 Uhr. zurück. Wer hier fliegt ist selber schuld: Das Flugangebot von Verona aus ist beschränkt. Nach Stuttgart etwa geht es Mittags los. Nach Berlin muss man über Mailand - und dorthin sind es auch erstmal 1 ½ Stunden Zugfahrt. Ein verlorener Tag - auch für das Klima. Lieber also noch einen abend am See genießen und dann entspannt mit dem Nachtzug zurpck. Tipp für Schlechtmenschen: Schnell die günstigen Nachtzugkontikente buchen. Sie werden in der Regel 90 Tage vorher freigeschaltet!

4. Nach Istanbul - Der Do-It-Yourself Orient-Express

Auch das ist machbar: Der Zug fährt nicht in einem durch - sondern man muss mehrere Nachtverbingungen nehmen. Die Tage dazwischen kann man aber super in Budapest verbringen, dann wahlweise in Bukarest oder Sofia - wo die Nachtlinien jeweils enden. Von beiden Städten aus geht es dann weiter nach Istanbul. Los geht es ab Berlin um 18:43 mit dem Nachtzug. Umm 8:20 ist man dann in Budapest und kann nach einem Frühstück in der Markthalle ne Runde in ins Gellertbad. Ab Budaspest geht es dann kurz vor sieben weiter und man kommt am nächsten Tag gegen Mittag in Bukarest an. Die Fahrt dazwischen durch die Kaparten lohnt sich! Wer mehr Zeit hat kann einen Abstecher in die Kaparten machen mit Zwischenstopp in Sinaia. Von Bukarest oder eben Sofia geht es dann weiter nach Istanbul. Alternativ kann man von Bukarest auch den Fernbus nehmen - das geht sogar schneller - oder noch einen Zwischenstopp am schwarzen Mehr machen. oder mit dem Zug weiter nach Ankara.

Mehr zur Zugverbindung Richtung Istanbul: https://blog.rail.cc/de/bukarest-sofia-istanbul-zug/ https://www.gleisnost.de/bukarest-istanbul-im-bosfor-express/

Ins Baltikum Lange Zeit musste man durch Weissrussland und benötigte dazu ein Visum. Seit einigen Jahren gibt es eine Zuverbindung über Warschau und Bialystok nach Kaunas in Litauen - also innerhalb der EU. Von Kaunas kommt man bequem weiter in die Litauische Hauptstadt Vilnius, an die wunderschöne Kurische Nehrung oder auch bis nach Riga in Lettland.

Achtung: Die Züge am Warschau mit der polnischen Bahn buchen, in Lettland über die Lettische Bahn. Weitere Möglichkeiten gibt es mit dem Busanbieter Lux-Express.

Wie lange ist man unterwegs? In Berlin am späten Nachmittag ode mit dem Nachzug los ist man am nächsten Abend in in Vilnius. Von dort nach Riga geht es mit dem Expressbus in 4 ½ Stunden.

Die große Zukunftsvision ist die Rail Baltica: eine durchgehende Bahnstrecke von Berlin über Warschau – Kaunas – Riga – Tallinn. Wann das Projekt fertig wird ist unklar - hoffentlich schneller als der Berliner Flughafen.

CO2 kompensieren

Wir meinen: Erstmal über Alternativen nachdenken so CO2 vermeiden. Wenn aber nun unbedingt die Fernreise der Traumurlaub ist, lieber kompensieren - das heißt, das CO2 wird an anderer Stelle eingespart. Natürlich gibt es auch hier die feinen Unterschiede:

Spenden für Klimaschutzprojekte im Ausland

Ihr könnt für die von Euch verursachten Emissionen Geld an NGOs spenden, die dann in Projekten in Entwicklungsländer fließen, in denen die entsprechende Menge eingespart wird. Die Stiftung Warentest hat 2017 einige Anbieter unter die Lupe genommen. Die Testsieger waren: Atmosfair, die Klima-Kollekte und Primaklima. Hier wurden fast alle Projekte nach dem Goldstandard zertifiziert.

Anbieter, die Emissionsberechtigungen für Dich im Handel (ETS) aufkaufen und dann stillegen. Sie können dann auch nicht mehr von der Industrie oder Kraftwerksbetreibern genutzt werden. Wichtiger Hinweis: Durch die Reform des Emissionshandels liegt dieses Modell derzeit bei Anbietern wie TheCompensators auf Eis. Im Podcast haben wir dies also nicht ganz richtig dargestellt - sorry! ac


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Über diesen Podcast

Konkrete Klimatipps und Wege aus dem Ökodschungel – auch für Schlechtmenschen. Wir können nicht alles richtig machen, aber vieles besser! Wie das geht erzählen Boris Demrovski und Christian Noll. Boris als alter Castor-Blockierer und Kampagnenmacher, Christian als Mit-Initiator der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und bekennender Umweltnerd. Beide haben 2009 das Klimakochbuch mit herausgegeben und knuspern bis heute daran, die besten Rezepte für Klimaschutz im Alltag zu sammeln und zu verfeinern.

Bei King Kong Klima lüften beide die letzten Geheimnisse des Ökodschungels und kämpfen sich für Euch durch das Dickicht aus Labels, Herausforderungen und Vorurteilen. Klar ist: Den absolut klimaneutralen Lebensstil für Großstadtprimaten gibt es nicht. Und die Politik ist gefragt, nachhaltiges Verhalten zu ermöglichen und belohnen. Anfangen können wir trotzdem schon!

von und mit Boris Demrovski und Christian Noll

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