King Kong Klima

Der Podcast aus dem Ökodschungel

Haben Klimaschützer keinen Geschmack?

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Die Klimabilanz unserer Ernährung

Ein wenig Hintergrundwissen: Jährlich verursacht jede Bundesbürgerin und jeder Bundesbürger durchschnittlich 11,5 Tonnen Treibhausgase. Unsere Ernährung ist für rund 20 Prozent (2,3 Tonnen / Quelle: UBA 2007, Weiterberechnung Koerber 2011) dieser CO2-Pro-Kopf Emissionen verantwortlich. Aktuelle Daten des Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt. Umwelt, Haushalte und Konsum https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/daten_zur_umwelt_umwelt_haushalte_und_konsum_2.pdf

Falls Ihr das Klimakochbuch noch nicht haben solltet, könnt Ihr es weiterhin bestellen. Es ist in der zweiten und überarbeiteten Auflage lieferbar. Am besten bestellt Ihr es im kleinen Buchladen bei Euch um die Ecke. Oder haltet die Augen offen, ob Ihr es gebraucht bei einem der bekannten Online-Portale günstiger erhaltet.

Im Klimakochbuch findet Ihr auch die meisten der im Podcast vorgestellten Rezepte. Beispielsweise die Gnocchi mit Spitzkohl. Alles über unser Buch: https://www.kosmos.de/buecher/kochen-backen/kochen/6610/das-klimakochbuch

Wie kommt das CO2 auf unseren Teller?

Wir haben beim Schreiben des Klimakochbuchs zur Veranschaulichung die Klimazwiebel erfunden: Vom Weizenkorn auf dem Acker bis zur fertigen Nudel auf dem Teller: Jeder Arbeitsschritt benötigt Energie und verursacht dadurch klimaschädliche Treibhausgase. Bei der Klimazwiebel ist jeder Arbeitsschritt eine Schicht. Je energieintensiver der Arbeitsschritt, desto dicker die Schicht. Wie dick die Zwiebel ist, hängt entscheidend davon ab, welches Lebensmittel wir essen. Schälen wir einmal die Klimazwiebel für Nudeln:

  1. Schicht: Anbau und Ernte Für Nudeln wird Hartweizen benötigt. Wird dieser konventionell angebaut, kommen klimaschädliche Dünger und Pestizide zur Anwendung, beim ökologischen Anbau nicht. Auch beim Erntevorgang mit Landwirtschaftsmaschinen wird Energie benötigt.

  2. Schicht: Transport Eine Nudel legt viele Transportkilometer zurück, bis sie auf dem Teller landet. Der Weizen wird zur Mühle transportiert, von dort weiter zur Nudelfabrik und nach der Herstellung weiter in den Supermarkt. Ganz am Schluss erfolgt der Transport nach Hause.

  3. Schicht: Lagerung Viel Energie wird für die Lagerung von Lebensmitteln benötigt. Bei unserem Nudel-Beispiel warten der Weizen und das daraus gemahlene Mehl in Silos auf ihre Weiterverarbeitung. Auch im Supermarkt und zu Hause wird die Nudel gelagert. Vor allem die Kühlung von Lebensmitteln, egal ob in der Fabrik, im Supermarkt oder zu Hause, ist energieintensiv.

  4. Schicht: Verarbeitung Je mehr Verarbeitungsschritte bis zum fertigen Lebensmittel nötig sind, desto mehr Energie erfordert die Herstellung. Für die Nudeln wurde Weizen zu Mehl gemahlen. Das Mehl wurde in der Nudelfabrik zu Teig geknetet, aus dem dann die Nudeln gepresst und getrocknet wurden.

  5. Schicht: Zubereitung Als letzter Schritt erfolgt die Zubereitung der Lebensmittel zu Hause oder im Restaurant. Hier spielt die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Wer beispielsweis beim Aufkochen des Nudelwassers nicht den Topfdeckel benutzt, sorgt dafür, dass die letzte Schicht der Klimazwiebel unnötig dick wird.

Welche Lebensmittel sind besonders Klimaschädlich?

Entscheidend für die Klimabilanz unserer Ernährung ist, was wir essen und wie viel davon. Bei der Herstellung von Fleisch und Milchprodukten entstehen deutlich mehr Treibhausgase als bei Teigwaren, Obst und Gemüse. Das liegt daran, dass für die Tierhaltung große Mengen Tierfutter benötigt werden. Um beispielsweise ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, benötigt man bis zu zwölf Kilogramm Sojaschrot als Futtermittel. Gerade beim Futtermittelanbau kommen mineralische Dünger zum Einsatz, für deren Erzeugung viel Energie benötigt wird. Hinzu kommt, dass Teile des Regenwaldes für den Anbau von Soja gerodet werden - der übrigens nicht, wie gerne mal behauptet zu Tofu - sondern zum allergrößten Teil zu Tierfutter verarbeitet wird. Rindfleisch ist auch deshalb so klimaschädlich, da die Tiere während der Verdauung das Treibhausgas Methan ausstoßen. Wer also viel Gemüse und Obst isst und seinen Konsum von Fleischwaren und tierischen Produkten wie Milch, Käse und Eier reduziert, verursacht weniger Treibhausgase.

Beispiel Butter:

1 Kilogramm Butter rund 24 Kilogramm CO2

1 Kilogramm Bio-Butter 22 Kilogramm CO2

Weitere Daten zu den Bilanzen findet Ihr hier beim Bundesumweltministerium: https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/produktbereiche/konsum-und-ernaehrung/

Der Weg ist das Ziel

Der Transport zum Supermarkt fällt bei der Klimabilanz von Lebensmitteln nicht ganz so stark ins Gewicht, wie man vielleicht denkt. In der Regel gehen nur 3 bis 15 Prozent der Treibhausgasemissionen eines Lebensmittels auf das Konto der Transporte zum Verkaufsort. Ausnahmen sind Flugtransporte, die jedoch eher selten sind. Eine größere Rolle spielen der Transportweg und das Transportmittel vom Supermarkt nach Hause. Am klimafreundlichsten ist der Einkauf zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus. Wer nur sehr schlecht auf das Auto verzichten kann, sollte versuchen, so wenige Einkaufsfahrten wie möglich zu unternehmen.

Die Weltreise der Fertigpizza

Ihr werdet Euch wundern, aus welchen Teilen Europas die einzelnen Zutaten für die Fertigpizza stammen. Die Reise haben wir in unserem Unterrichtsmaterial zusammengefasst. Alle Themen, die wir im Podcast und hier im Blog angesprochen haben, findet Ihr auch dort einfach und anschaulich zusammengefasst. Hier könnt Ihr Euch durch die Unterrichtsmaterialien durchklicken oder diese herunterladen. Ihr wisst ja, man lernt nie aus. Zu den Unterrichtsmaterialien vom Klimakochbuch:

https://drive.google.com/open?id=15WIePTtNodxuS9VtmbnMVFCM5QD5kZcw

Unsere 10 Tipps für eine klimafreundliche Ernährung

  1. Wer statt Fleisch, Sahne oder Butter mehr Gemüse und Obst isst, spart Kalorien und CO2.
  2. Lebensmittel mit dem Bio-Siegel kaufen.
  3. Saisonale Lebensmittel kaufen. Ein Saisonkalender hilft beim Einkauf.
  4. Regionale Lebensmittel sind frischer und haben keine langen Transportwege hinter sich.
  5. Selber kochen, denn Fertigprodukte wie Kartoffelpüree als Pulver sind klimaschädlich.
  6. Für die Einkaufstour zu Fuß gehen, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen nutzen.
  7. Zu Ökostrom und Bio-Gas wechseln.
  8. Stromsparende Küchengeräte sind gut fürs Klima.
  9. Gemeinsames Kochen und Essen macht Spaß und spart CO2.
  10. Nicht zu viel kaufen. Auch aus Essensresten lassen sich leckere Speisen zaubern.

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Über diesen Podcast

Konkrete Klimatipps und Wege aus dem Ökodschungel – auch für Schlechtmenschen. Wir können nicht alles richtig machen, aber vieles besser! Wie das geht erzählen Boris Demrovski und Christian Noll. Boris als alter Castor-Blockierer und Kampagnenmacher, Christian als Mit-Initiator der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und bekennender Umweltnerd. Beide haben 2009 das Klimakochbuch mit herausgegeben und knuspern bis heute daran, die besten Rezepte für Klimaschutz im Alltag zu sammeln und zu verfeinern.

Bei King Kong Klima lüften beide die letzten Geheimnisse des Ökodschungels und kämpfen sich für Euch durch das Dickicht aus Labels, Herausforderungen und Vorurteilen. Klar ist: Den absolut klimaneutralen Lebensstil für Großstadtprimaten gibt es nicht. Und die Politik ist gefragt, nachhaltiges Verhalten zu ermöglichen und belohnen. Anfangen können wir trotzdem schon!

von und mit Boris Demrovski und Christian Noll

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